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Handys und Cybermobbing

 

Selbstverständlich gehen viele junge Menschen verantwortungsbewusst mit den Möglichkeiten um, die ein modernes Handy oder Smartphone heute bietet.

Davon reden wir hier nicht.

Dieses Thema erzeugt nämlich an unserer Schule zuweilen großen Ärger.

Handys haben heute nicht nur die Telefonfunktion, wegen derer manche Eltern die Mitnahme in die Schule erlauben oder wünschen.

Vielmehr bieten die Dinger durch die Internetfähigkeit und wegen vieler verschiedener Apps sowie durch die Foto- und Sprachrekorder-Funktionen unseren Kindern ein gefährliches Spielzeug: Man kann die Geräte ganz leicht zum Schaden anderer einsetzen.

Es ist vorgekommen, dass Schüler aus "Spaß" oder aus irgendeinem Vergeltungsbedürfnis heraus andere Schüler in problematischen Situationen - etwa im Sport-Umkleideraum - fotographiert und das Bild danach veröffentlicht haben.

Damit haben unsere Kinder quasi eine "Waffe" in der Hand, die sie zum Schaden anderer oder zur Störung des Zusammenlebens und letztlich des Schulfriedens jederzeit benutzen können.

Wir wissen genau, dass viele Schüler die Tragweite solcher Aktionen gar nicht abschätzen können und bei manchen Kindern die inneren ethischen Kontrollfunktionen noch gar nicht entwickelt sind.

Man gibt ja Kindern aus diesen Gründen der mangelnden Reife und des mangelnden Überblicks auch noch keinen Führerschein für ein Auto.

Es kann auch gar nicht sein, dass wir den permanenten Dauergebrauch dieser Bildplatten erlauben sollen: Es gibt auch im Leben Räume und Zeiten, in denen das Handy gefälligst aus bleibt. Das kann im Flugzeug, am Mittagstisch, in einer Gesprächsrunde, auf der Intensivstation im Krankenhaus, beim Bewerbungsgespräch mit dem Personalchef oder bei einer Beerdigungsfeier sein.

Auf so ein Verzichtverhalten haben wir unsere Kinder vorzubereiten.

Natürlich ist so ein Handy mittlerweilen auch zum Statussymbol avanciert, dessen raffinierte Möglichkeiten und dessen hoher Preis vermeintlich das Selbstwertgefühl eines jungen Menschen bestimmen können.

Wir wollen aber, dass unsere Kinder lernen, ihr Selbstwertgefühl durch persönliche Stärken zu steigern.

Manche Eltern sagen uns ganz klar, dass sie es nicht mehr in der Hand haben, ihrem Kind die Mitnahme eines solchen Handys zu verbieten. Viele haben die erziehliche Steuerung ihres Kindes in der Hinsicht verloren.

Wir haben ausgewachsene Neuntklässlerinnen erlebt, die auf den Knien flehend (kein Witz!) den Lehrer weinend um die Rückgabe ihres im Unterricht abgenommenen Handys gebeten haben.

Hier stimmt etwas Grundsätzliches nicht mehr.

In unserer Schule ist das Einschalten eines Handys nur nach Absprache mit einer Lehrkraft erlaubt, weil es selbstverständlich ab und zu den begründeten Wunsch gibt, daheim anzurufen.

Das ist aber auch jederzeit vom Lehrerzimmer oder vom Büro aus möglich.

Ansonsten haben die Geräte bitte aus zu bleiben und dürfen auch nicht im Standby-Modus laufen.

Das Problem ist die Kontrolle dieser Regel. Das System Schule gibt uns dazu gar nicht die Möglichkeit, und die Inflation, der irre Run und die extreme Attraktivität dieser Geräte behindern viele Möglichkeiten der ausreichenden Kontrolle auch für uns in der Schule.

Hier sind wir auch auf das Wissen, das Bewusstsein, die Einsicht, die sichere innere Haltung und das Verständnis der Eltern ganz besonders angewiesen.

Es ist auch eine  wichtige Frage, wie die Eltern dieses heikle Thema zu Hause thematisieren und wie sie mit ihren Kindern darüber reden, von der eigenen Vorbildfunktion ganz zu schweigen.

Eine Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern ist sicher gut.


Rainer Bayer


(Beitrag wird noch erweitert)

Hier vielleicht einige Links zur Hilfe und Information:

Was die Kriminalpolizei zu dem Thema sagt

Was ist eigentlich "Cyber-Mobbing"?

Was sagt die Hirnforschung zum Thema?

"Verklickt" - Aus dem konkreten Altagswahnsinn mit der Waffe "Handy" (Lesen Sie da `mal den Tagesablauf so einer Mobbing-Geschichte ab Seite 12!)

Goldene Handyregeln

Gemobbter Bürger: Spione in der Hosentasche

Online-Hype und Sucht: PINTA-Studie der Drogenbeauftragten des Bundes im Ministerium für Gesundheit



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